Volker Klüpfel wurde 1971 in Kempten geboren. Er studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Bamberg und arbeitete als Journalist in Deutschland und den USA, u.a. für den Bayrischen Rundfunk und die Augsburger Allgemeine Zeitung.
Seit 2012 ist er Schriftsteller und erreichte gemeinsam mit Michael Kobr mit der mehrfach ausgezeichneten und verfilmten Bestsellerreihe „Kluftinger“ und weiteren Romanen ein Millionenpublikum. Zuletzt stieg der 13. Band der Reihe gleich wieder auf Platz 1 in die Bestsellerliste ein. Zudem schreibt Klüpfel Theaterstücke („Wir Räuber“, über 30.000 Zuschauer) und Drehbücher.
Sein erster Solo-Roman »Wenn Ende gut, dann alles - Das einsame Kind« ist der Auftakt einer neuen Krimireihe und erscheint im Frühjahr 2025 im Penguin Verlag.
„Als mir Tommi und Svetlana zum ersten Mal begegnet sind, wussste ich: Mit den beiden wird das ein Riesenspaß!“
– Volker Klüpfel über seine neue Krimireihe “Wenn Ende gut, dann alles”

Zehn Fragen an Volker Klüpfel
Warum ermitteln in deiner neuen Reihe ausgerechnet eine ukrainische Putzfrau und ein Möchtegern-Bestsellerautor?
Da kamen mehrere Sachen zusammen. Der Autor erklärt sich wahrscheinlich am leichtesten: Tommi ist kein Alter Ego von mir, aber ich wollte schon auch übers Schreiben schreiben, über Inspiration und die inneren Kämpfe, die man dabei so ausficht. "Write about what you know", lautet eine alte Schriftsteller-Weisheit - das hab ich gemacht. Was die Putzfrau betrifft: Ich habe eine Figur gesucht, die aufgrund ihrer Tätigkeit von den Menschen leichtfertig unterschätzt wird. Denn Svetlana ist das Brain in diesem Duo, nicht der Autor. Und dann gab es auch noch eine Inspiration für die Figur in meinem Privatleben…
Welche Rolle spielt der Caravan in deiner neuen Krimireihe?
Er ist mobiles Setting, das es meinen Protagonisten ermöglicht, in die verschiedensten sozialen Umfelder Einblick zu erhalten. Der Aktionsradius wird dadurch erheblich vergrößert. Außerdem stellt es meinen Protagonisten immer wieder vor schier unüberwindbare Herausforderungen, etwa, wenn er auf der Suche nach einer anständigen Duschgelegenheit ist, die Leerung der Chemietoilette ansteht, oder der Motor seltsame Geräusche macht. Er ist eben weder Camping-Fan, noch kennt er sich mit Autos aus. So wie ich.
In „Wenn Ende gut, dann alles“ erzählst du auf humorvolle Art von unserer Gegenwart, die ja nicht immer nur lustig ist. Was hat dich dazu gebracht?
Wenn man mit einer spannenden, humorvollen Geschichte auch noch etwas über uns und den Zustand unserer Welt erzählen kann - warum sollte man das nicht tun? Ich hoffe, ich kann den Beweis erbringen, dass sich das nicht ausschließt.
Was macht dir mehr Spaß: Die Figuren zu entwickeln oder die Geschichte?
Ich kann das nicht voneinander trennen. Hier waren die Figuren zuerst da, ich hatte sofort Lust, mich mit ihnen zu beschäftigen, ihnen zuzusehen, wie sie die Herausforderungen meistern, die ihnen die Geschichte stellt. Soll heißen: Ohne Geschichte sind auch die tollsten Figuren „arbeitslos“. Deswegen kann ich das eine nicht ohne das andere denken.
Wie hast du recherchiert, z.B. die Situation in einem Flüchtlingsheim?
Diese spezielle Situation musste ich nicht recherchieren, weil ich sie bereits kannte. In der Zeit, die allgemein als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, war ich in einem solchen Heim und habe einen bescheidenen Beitrag geleistet, der in keinster Weise mit dem zu vergleichen ist, was andere über Jahre dort Gutes tun.
Werden die Leserinnen und Leser in den nächsten Bänden mehr über Svetlanas und Tommis Hintergründe erfahren?
Auf jeden Fall. Es gibt da einiges zu entdecken, vor allem bei Svetlana, aber auch in Tommis Familiengeschichte. Nach und nach werde ich immer mehr davon enthüllen. Man fragt sich ja schon: Woher kann Svetlana das alles? Wo und wie hat sie ihre sehr speziellen Skills erworben? Und bei Tommi stellt sich die Frage: Wo ist eigentlich seine Mutter? Wer ist sie? Und: Ist Michelle nun seine Exfreundin oder machen sie wirklich nur Pause? Und wann treffen wir sie zum ersten Mal?
Über welche Reaktion auf deinen ersten Solo-Krimi hast du dich bislang am meisten gefreut?
Als mein sechzehnjähriger Sohn gesagt hat: Ich find’s eigentlich ganz gut.
Was wünschst du dir für „Wenn Ende gut, dann alles“?
Wenn es nicht das Ende ist, dann ist alles gut.
Hast du selbst schon mal im Caravan Urlaub gemacht?
Nein. Und das wird auch so bleiben. Außer ich bekomme durch das Buch einen Werbevertrag mit einem Wohnmobilhersteller, der mich mit viel Geld dazu zwingt, aus PR-Gründen so zu tun, als hätte ich mich nach dieser Art zu reisen schon immer gesehnt. Aber (Spoileralarm): Mir geht es da wie Tommi.
Hast du schon mal selbst einen Caravan gesteuert?
Für den Dreh des Buchtrailers musste ich eines dieser Ungetüme fahren - gleich durch eine Allee, mit kaum Platz auf beiden Seiten und dem nervösen Besitzer auf dem Beifahrersitz. Ich hab mich gefühlt wie Kaptain Kirk, der die Enterprise durch einen Meteoritenschauer fliegen muss.


